Morgengold
- 9. Juli
- 1 Min. Lesezeit
Licht, reduziert auf das Wesentliche
Morgengold entstand im Rahmen eines Teppichdesign-Wettbewerbs der Kramis Teppich Design AG. Die gestalterische Aufgabe bestand darin, ausschliesslich mit Linien zu arbeiten. Keine Flächen, keine Muster, nur Linien sollten die Bildsprache des Teppichs formen.
Diese Vorgabe führte mich zu einem alltäglichen, aber faszinierenden Naturschauspiel: den ersten Sonnenstrahlen am Morgen.
Der Teppich wurde für seinen späteren Standort entworfen – vor dem Fenster am Ausgang zum Sitzplatz. Jeden Morgen zeichnet die aufgehende Sonne dort feine Lichtbänder auf Boden und Wände. Dieses flüchtige Schauspiel wollte ich dauerhaft festhalten.
Die goldenen Linien stehen für die einfallenden Sonnenstrahlen. Direkt beim Fenster verdichten sie sich, dort ist das Licht am intensivsten. Mit zunehmender Entfernung lösen sie sich auf, werden seltener und feiner – so, wie das Morgenlicht seine Kraft langsam im Raum verliert.
Der dunkle Hintergrund nimmt die schwarzen Wände und die schwarze Küche auf. Dadurch beginnen die goldenen Linien regelrecht zu leuchten. Gleichzeitig bildet der Teppich einen ruhigen Übergang zum warmen Eichenparkett, auf dem das natürliche Sonnenlicht jeden Morgen seine eigene Zeichnung entstehen lässt.
Mit diesem Entwurf durfte ich den 1. Preis des Wettbewerbs gewinnen. Als besondere Auszeichnung wurde mein Design von Kramis als hochwertiger handgetufteter Teppich umgesetzt.

Morgengold erzählt von einem kurzen Moment, der sich jeden Tag wiederholt und doch immer einzigartig ist: dem Augenblick, in dem das erste Licht des Tages den Raum berührt.
Aus einer einzigen gestalterischen Vorgabe, nur mit Linien zu arbeiten, entstand die Idee, nicht Gegenstände, sondern Licht sichtbar zu machen.







